Henk Grewe-Festspiele und ein Heimsieg

Beide Hauptrennen gehen an den Kölner Erfolgstrainer und seinen Stalljockey Lukas Delozier

1:26,54 Minuten benötigte der zweijährige Hengst Zavaro im Großen Preis des Porsche-Zentrums Düsseldorfs auf der Grafenberger Galopprennbahn über 1.400 Meter. Es ging um 52.000 Euro Preisgeld, 9 Pferde liefen. Und der 3,8 : 1-Favorit aus dem Kölner Erfolgsstall von Trainer Henk Grewe hatte wenig Mühe, gewann leicht vor 4650 Besuchern mit 1 ¾ Längen unter seinem französischen Jockey Lukas Delozier. No Limit Credit und Prince Percival belegten die Ränge zwei und drei. Der Sieger steuert nun den Preis des Winterfavoriten am 6. Oktober in Köln an. Dann geht es um 155.000 Euro Preisgeld im wichtigsten Zweijährigen-Rennen der deutschen Turfsaison. Es sollte nicht der einzige Treffer für den erfolgsverwöhnten Kölner Trainer an diesem Nachmittag bleiben.

Rubaiyat gewinnt den 95. Juniorenpreis

Denn mit einem weiteren Grewe-Erfolg der 29:10 Chance Rubaiyat, benannt nach einem persischen Gedichtsreim, endete der 95. Juniorenpreis, einem der renommiertesten deutschen Zweijährigen-Rennen. In dem Listenrennen über 1.600 Meter, das mit 25.000 Euro dotiert war, holte sich der Franzose Lukas Delozier im Sattel ebenfalls seinen zweiten Tagestreffer. Lange führte der englische Gast Frankels Storm (Adrie de Vries), der schließlich den Ehrenrang belegte. Dahinter folgte La La Land, ebenfalls aus dem Grewe-Quartier. Züchter des Siegers ist das Gestüt Karlshof aus Gernsheim, als Besitzer zeichnet Darius Racing. Dahinter verbirgt sich der Würzburger Merck-Chef Stefan Oschmann. Der Sohn eines Tierarztes ist mit einer einer Iranerin verheiratet und benennt seine Pferde mit Vorliebe aus dem Persischen.

Außenseiter-Heimsieg durch Pensante

Grafenberg-Trainer Ertürk Kurdu durfte ebenfalls jubeln. Er und Besitzer Rosen Naskov präsentierten ihren 11,4:1 Sieger, den 6-jährigen Wallach Pensante freudestrahlend im Absattelring, und das am Geburtstag der Mutter des Besitzers. „Der Herbst ist seine Zeit, er braucht weiches Geläuf für seine Bestform“, so der Siegtrainer stolz.

Partystimmung dank Party Moon

Mit einer Riesenüberraschung startete der Engel & Völkers-Renntag mit dem 12,9:1-Sieger Party Moon. Lange sah es nach einem Sieger Jewel of the Sea aus. Doch mit unwiderstehlicher Endgeschwindigkeit näherte sich Party Moon unter Jockey Maxim Pecheur in dieser einleitenden Dreijährigenprüfung wie auf Rollschuhen und nickte auf der Ziellinie ein. Siegtrainer Axel Kleinkorres: „Ein Pferd mit Perspektive, das demnächst in einem BBAG- Auktionsrennen starten könnte. Das warten wir allerdings erst einmal ab“. Jockey Maxim Pecheur: „Party Moon hat ein großes Kämpferherz. Er hat Potenzial, keine Frage“. Die siegreichen 100 Mitbesitzer des Stalles Just4turf sorgten für Partystimmung bei der Siegerehrung dank Party Moon. „Bei uns kann man für 80 Euro im Jahr Mitbesitzer werden“, so Andreas Grau, gebürtiger Sauerländer und Vorstandssprecher von just4turf“.

Im ersten Zweijährigenrennen des Tages servierte Adrie de Vries der Ittlingerin Stellina unterwegs ein Traumrennen. Die von Peter Schiergen in Köln vorbereitete Neatico-Tochter bewies dann den größten Speed auf der Zielgeraden und gewann leicht mit 2 ½ Längen gegen die Favoritin Amalita aus dem Gestüt Schlenderhan. Adrie de Vries: „Ich konnte Stellina unterwegs wunderbar einparken. In der Endphase zog sie hervorragend an und hat wie ein besseres Pferd gewonnen“.

Douce hat den längsten Atem

Das über 2.950 Meter führende Marathon-Rennen des Tages sicherte sich die junge Cecilia Müller auf Douce. Für Trainer Axel Kleinkorres aus Neuss bedeutete dieser Treffer gleichzeitig seinen zweiten Tageserfolg. „Hier in Düsseldorf schmeckt der Sekt so lecker. Da wollte ich gleich noch mal gewinnen. Jedenfalls war die Stute einfach nach ihren bisherigen Leistungen fällig. Das Rennen verlief erwartungsgemäß“, so der Siegtrainer.

Immer wieder Expediate

Für die belgische Trainerin Christel Lenaers ist der Fuchswallach Expediate ein ganz besonderes Pferd. Mit Marco Casamento im Sattel gewann der Vierjährige bereits sein drittes Saisonrennen: Diesmal einen Ausgleich III über 1.700 Meter und erstmals mit Scheuklappen mit einem Kopf Vorteil gegen Spiritofedingburgh und Nareia. Jedenfalls erlebten die Besucher einen spannenden Endkampf bis zur Linie.

Toriano muss kämpfen

Einen tollen Zweikampf sahen die 4650 Besucher zwischen dem 1,6:1 Favoriten Toriano und Numerion im zweithöchsten Handicap des Tages. Am Ende holte sich der Italiener Marco Casamento seinen zweiten Tageserfolg mit Toriano, der trotz Spurwechsel am Ende noch sicher hinkam.

Finalrennen in die Niederlande

Trainer John Smith sicherte sich mit Justice Frederick das Abschlußrennen der Sonntagsveranstaltung. Damit gelang auch Adrie de Vries neben Marco Casamento und Lukas Delozier zwei Tageserfolge im Rennsattel.

Grafenberg-Sieg in Meran

Einen Düsseldorfer Erfolg gab es bei den Hindernis-Rennen in Meran, Südtirol. Dort gewann Max`s Spirit unter Sonja Daroszweski für Trainer Sascha Smrczek ein mit 21.000 Euro dotiertes Hürdenrennen über 3.500 Meter.

Der Final-Renntag der Düsseldorfer Turfsaison findet am Sonntag, 29.09. mit dem 99. Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf statt.

(08.09.2019)