Wonnemond wie auf Flügeln

Mitfavorit Wonnemond aus dem Grafenberger Rennstall von Trainer Sascha Smrczek hat am Sonntag die Kalkmann-Frühjahrsmeile, Gruppe III in Düsseldorf gewonnen und damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Mit dem achtfachen deutschen Champion Andrasch Starke im Sattel, der Wonnemond zum ersten Mal ritt, setzte sich der fünf Jahre alte Wallach in dem mit 55.000 Euro (32.000 Euro für den Sieger) dotierten 1600-Meter-Rennen gegen Millowitsch und Favorit Noor al Hawa durch. Vom letzten Platz kommend pulversierte Wonnemond die Gegner und hatte im Ziel eine Dreiviertellänge Vorsprung. Besitzer Klaus Wilhelm und Gattin Karin (Bruchmühlbach) erhalten für den achten Karrieresieg von Wonnemond 32.000 Siegprämie.

„Wonnemond sah aus wie ein Pudel im Führring“, entschuldigte sich Siegjockey Andrasch Starke im Interview beim Pferd. „In der Arbeit macht er nur das Nötigste. Wir machen mit Wonnemond in Düsseldorf in der Europa-Meile beim nächsten Renntag in drei Wochen“, so Siegtrainer Sascha Smrczek überglücklich.

7652 Besucher erlebten einen entspannten und abwechslungsreichen Renntag bei sonnigem Frühlingswetter auf dem Grafenberg. Chillen und Wetten hieß denn auch die Devise bei vielen Besuchern und auch die Picknick-Decken auf dem Grün vor den Tribünen standen beim Familienausflug auf die Galopprennbahn ganz hoch im Kurs.

Mit dem Sieg des 18:10 Favoriten Alounak unter dem Italiener Michael Cadeddu endete der zweite Tageshöhepunkt, der Preis der Wettannahme Kalkmann Derby-Trial, einem Listenrennen über 2.200 Meter, dotiert mit 25.000 Euro. Siegreiter Michael Cadeddu ist vor allen Dingen in seiner italienischen Heimat ein bekanntes Schauspieler-Gesicht in einer Telenovela. Trainer Jean Pierre Carvalho trainiert den dreijährigen Camelot-Sohn für Merck-Vorstand Dr. Stefan Oschmann (Darius Racing). In einem Rennen aus der Reserve setzte sich Alounak sicher gegen den von Markus Klug trainierten Valajani durch, hinter dem Aronius den dritten Platz belegte. Der Sieger Alounak wird nunmehr im italienischen Derby in Rom antreten.

Heimsieg-Sensation durch Come on City

Grafenberg-Trainer Ertürk Kurdu konnte sich vor Glückwünschen kaum retten. Der Grund: Im einleitenden Dreijährigen-Rennen über 2.100 Meter bewies seine dreijährige Stute Come on City sehenswerten Kampfgeist und landete eine Riesensensation. Mit Jozef Bojko (Gütersloh) im Sattel überraschte die Debütantin des Stalles Anka (Phönix auf türkisch) zum Wahnsinnstoto von 217:10. Unwiderstehlich drehte die Wiener Walzer-Tochter an der Außenseite auf und schlug die gemeinten Pferde Unikat (Adrie de Vries) aus dem Gestüt Röttgen und Santa Maximina (Andrasch Starke) in Fährhofer Farben in beeindruckender Manier. Benannt wurde der Sieger übrigens nach einem Fußballlied von Premier League-Club Manchester City.

Für den Preis der Diana (Stutenderby) im August auf dem Grafenberg sollte man sich die Siegerin des zweiten Dreijährigen-Rennen vormerken. Unter den Augen von Besitzer und Züchter Manfred Ostermann (Witten) schaltete Lafilia unter Andrasch Starke in der Distanz des 1700 Meter-Rennens einige Gänge höher als die Konkurrenz. Die Ittlingerin, die in Köln vom vierfachen Trainerchampion Peter Schiergen trainiert wird, hatte schließlich alles im Griff gegen Stall Düsseldorf Fighters Nahayan und Agent Excel (im Besitz von Sportmanager Lars Wilhelm Baumgarten) auf den Plätzen. Auf Distanzen oberhalb von 2000 Metern sollte sich Lafilia noch wohler fühlen. Der Siegtoto für den Dreiviertel-Längen-Erfolg zahlte 35:10.

Großer Tag auch für Besitzerin Sabine Goldberg, die bei Trainer Dr. Andreas Bolte im westfälischen Lengerich trainieren lässt. Ihre vierjährige Stute Perfect Pitch in den blauweißen Farben hatte schließlich in einem Ausgleich IV die besten Reserven unter dem italienischen Nachwuchsreiter Nicola Sechi. Der Sarde hatte schließlich mit der 86:10 Außenseiterin vier Längen Vorsprung im Ziel vor die im toten Rennen einkommenden Shoshona und Dutch Master auf den Plätzen.

„Gut gemacht, Blondie“

Einen unerwarteten Erfolg feierten ebenso Trainer Jens Hirschberger (Mülheim an der Ruhr) und sein Jockey Miguel Lopez, der die 59:10 Chance Lijian gegen die höher gehandelten Dancing Hawk und Favorit Waldpfad zum Sieg ritt. Der in Düsseldorf beheimatete Reiter, neuerdings mit blondierten Haaren unterwegs, konnte seiner Schwester Celina somit eine besondere Freude machen, ist sie doch Besitzerin der Siegerin. „Gut gemacht Blondie, lobte sein Chef Jens Hirschberger den jungen Siegreiter.

Wonnemond - zum zweiten Mal zum Düsseldorfer Galopper des Jahres gewählt

Christof Wolf, Marketing Chef der NRZ, hatte sichtlich Freude, dem Siegerteam des Stalles Frohnbach um Klaus Wilhelm nebst Gattin Karin die Siegerdecke für Düsseldorfs Galopper des Jahres Wonnemond zu überreichen. Ebenso bei der Siegerehrung: Präsident Peter Michael Endres und Rennbahn-Geschäftsführer Günter Gudert, die dem Titelverteidiger bereits zum zweiten Mal nach 2016 gratulieren durften.

Eine holländische Zusammenarbeit brachte im Preis der Wettannahme Kalkmann Filiale Westerland im Ausgleich III den Erfolg für Trainer Christian Wolters aus Boxmeer. Die fünfjährige Stute Heavensfield bot unter Jockey Adrie de Vries bei dessen Saisondebüt in Deutschland eine bärenstärke Vorstellung und verwies den stark laufenden Auenwolf und Ossiline sicher mit einem Halsvorsprung in die Schranken. Auf Sieg gab es 44:10. Favorit Alsterprinz drang nicht entscheidend durch und wurde nur Vierter.

Eine Demonstration bot Gestüt Görlsdorfs vierjähriger Fuchshengst Simon de Vlieger im achten und finalen Rennen des Tages. Gleichzeitig markierte Jockey Andrasch Starke mit dem Dutch Art-Sohn seinen dritten Tagestreffer. Axel Kleinkorres trainiert den 15:10-Sieger auf der Galopprennbahn in Neuss. Der nächste Galopprenntag in Düsseldorf findet übrigens am Sonntag, den 29. April statt. Im Mittelpunkt stehen dann die Große Europa-Meile und der Henkel-Stutenpreis.

(08.04.2018)