Das Rennen des Jahres

Im 160. Henkel Preis der Diana, German Oaks, Gr. 1, kämpfen 12 Stuten am Sonntag um 500.000 Euro Preisgeld. Der Klassiker findet zum 13. Mal auf der Düsseldorfer Galopprennbahn statt.

Tradition hat einen Namen

Alle Jahre wieder (außer 1945 und 1946) wird seit 1857 ein besonderes Galopprennen ausgetragen, das die Zuschauer in ihren Bann zieht und die längste Tradition in Deutschland hat. Übrigens gelten Galopprennen überhaupt als ältester Sport auf der Welt, auch in Düsseldorf (1834). Jedenfalls zählt der Preis der Diana, benannt nach der Göttin der freien Natur, Reinheit und Fruchtbarkeit zu den fünf Klassikern eines Jahres im Galopprennsport. In England nennt man das Stutenderby „Oaks“, in Frankreich Prix de Diane. In einem weltweiten Rennsystem erlangt die Siegerin oft einen Millionenwert. Der in Düsseldorf seit 2006 beheimatete Henkel-Preis der Diana zählt zur Europa-Gruppe 1-Kategorie und wendet sich an die dreijährigen Stuten. Die „German Oaks“ (6. Rennen, 16.25 Uhr) sind mit 500.000 Euro dotiert und finden gleichzeitig als 6. Lauf der deutschen Championsleague-Rennserie statt, die 11 Top-Rennen vereint. Es ist nach dem Derby das am zweithöchsten dotierte Galopprennen der Rasse „Englisches Vollblut“ in Deutschland. Der Weg zu Ruhm und Ehre ist lang und führt am kommenden Sonntag über 2.200 Meter auf dem einmaligen Kurs des Grafenberg.

Zwei Nachnennungen im Stutenderby

Zwei Stuten wurden übrigens für nicht weniger als 50.000 Euro (10 Prozent des Preisgeldes) nachgenannt. Lokalmatadorin Come on City (Jockey Michael Cadeddu) tritt für das amerikanische Besitzersyndikat Team Valor an und wird von Grafenberg-Trainer Ertürk Kurdu vorbereitet. Auch Andreas Wöhler (Gütersloh) hat mit Sand Zabeel, die bereits das italienische Stutenderby (Oaks d`Italia) für sich entscheiden konnte, nachgenannt. Die im Besitz des Kaufmanns Jaber Abdullah (Dubai) stehende Co-Favoritin wird von Eduardo Pedroza geritten, der seinen vierten Erfolg im Stutenderby anstrebt.

Favoritin Well Timed gegen elf Gegnerinnen

n der Spitze der Wettmärkte steht allerdings die 2018 bei drei Starts noch ungeschlagene Stute Well Timed (40:10) für den Stall Ullmann. Trainiert wird die jüngst im Hoppegartener Diana-Trial erfolgreiche Dreijährige vom Franzosen Jean Pierre Carvalho (47) in Bergheim bei Köln. Im Sattel von Well Timed sitzt der viermalige deutsche Championjockey Filip Minarik. Vier Pferde schickt Trainer Andreas Wöhler, der den Klassiker übrigens dreimal in den letzten fünf Jahren (2016 Serienholde, 2015 Turfdonna, 2014 Feodora) gewinnen konnte, an den Rhein. Der Düsseldorfer Rennbahn-Präsident Peter Michael Endres hofft als Mitbesitzer von Viva Gloria (Trainer Jens Hirschberger, Mülheim Ruhr, Jockey Lukas Delozier) ebenfalls auf ein gutes Laufen seiner Stute. Einen besonderen Rekord kann Vorjahressieger Andrasch Starke (Lacazar) im Sattel von Night of England am Sonntag landen. Der achtmalige deutsche Champion-Reiter könnte das Traditionsrennen zum siebten Mal in seiner Karriere gewinnen. Ein Rekord für die Ewigkeit in der 160-jährigen Geschichte des deutschen Stutenderbys.

Hochkaräter auch im sportlichen Rahmenprogramm

Mit dem Fritz Henkel Stiftung-Rennen über 2.400 Meter, Gr. 3, (4. Rennen, 15.10 Uhr) dotiert mit 55.000 Euro, kommt ein weiterer Hochkaräter zur Austragung. Hier fordert der aktuelle Derbyjahrgang mit Destino (Jockey Martin Seid) als Derbyzweiter und Salve Del Rio (Vierter Im Blauen Band) starke ältere Grand Prix-Pferde heraus. Hier stechen der Park Wiedinger Devastar (Adrie de Vries) und die nachgenannte Karlshoferin Sky Full of Stars als mögliche Gegner ins Auge. Zweimal (im 3. Rennen und in der Diana) wird die beliebte Viererwette angeboten.

Ein Festtag des Galopprennsports

Bis zu 20.000 Besucher werden am Sonntag ab 11.30 Uhr (1. Start 13.30 Uhr) auf dem Grafenberg erwartet. Die dürfen sich auf spannenden Galopprennsport, Sonnenschein und ein buntes Unterhaltungsprogramm beim Höhepunkt des Düsseldorfer Turfjahres freuen. Schirmherr der Veranstaltung ist wie in den vergangenen Jahren Oberbürgermeister Thomas Geisel. Rennbahn-Präsident Peter Michael Endres: „Der Henkel-Renntag um den Preis der Diana zählt zu den wichtigsten Galopprennen in Europa und auch das Rahmenprogramm mit acht weiteren Prüfungen kann sich sehen lassen. Der Henkel-Markenparcours, der Schwarzkopf Hut-Contest sowie das vielfältige Kinderprogramm runden unser Angebot ab“. Insgesamt kommen am Sonntag in neun Rennen auf dem Grafenberg 700.000 Euro an Rennpreisen und Prämien zur Ausschüttung. 81 Pferde sind genannt, wobei auch die heimische Trainingszentrale um Sascha Smrczek (6) und Ertürk Kurdu (1) ein Wörtchen um Sieg und Platz mitsprechen möchte.

(02.08.2018)