Well Timed fliegt zum Sieg

Stall Ullmann-Stute gewinnt unter Jockey Filip Minarik den 160. Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf

Die 32:10 Favoritin Well Timed aus dem Rennstall von Trainer Jean Pierre Carvalho (47)aus Bergheim hat am Sonntag vor 19.200 Zuschauern den 160. Henkel-Preis der Diana, Deutsches Stutenderby, Gr. 1 in Düsseldorf gewonnen. Mit dem amtierenden deutschen Championjockey Filip Minarik im Sattel setzte sich die dreijährige Stute in dem mit 500.000 Euro dotierten 2.200 Meter-Klassiker leicht mit 1 ¾ Längen gegen Night of England (Andrasch Starke) und Wonder of Lips (Alexander Pietsch) durch. Der Stall Ullmann aus Bergheim erhält für den vierten Karrieresieg von Well Timed 300.000 Euro Siegprämie. Damit blieb Well Timed auch beim vierten Karrierestart in 2018 ungeschlagen. Kurz sah es so aus, als könne Night of England der Favoritin gefährlich werden. Doch Siegjockey Filip Minarik brachte es nach dem Rennen auf den Punkt: „Well Timed ist eine Klassestute mit richtig viel Herz. Es war mein dritter Sieg im Stutenderby heute, das hat so richtig Spaß gemacht. Ich widme den Sieg meinem verstorbenen Freund Daniele Porcu und habe mit dem Sattelgurt geritten, der Daniele beim Debüt von Well Timed in Dortmund benutzt hat“. Der allseits beliebte italienische Jockey Daniele Porcu war im Januar einem Krebsleiden erlegen. Als nächster Start plant man mit Well Timed nun einen Start im renommierten Prix Vermeille in Paris. Die von Grafenberg-Trainer Ertürk Kurdu vorbereitete Lokalmatadorin Come on City landete nach einem Rennen von der Spitze aus auf Rang neun. Elf deutsche Spitzenstuten waren an den Start gekommen.

Bahnrekord dank Destino

Das zweite Hauptereignis des Tages, das Fritz Henkel Stiftungs-Rennen, eine Gruppe III-Prüfung über 2.400 Meter, dotiert mit 55.000 Euro schrieb Turfgeschichte. In 2:24,07 siegte trotz Wegbrechens der Derbyzweite Destino aus der Zucht und im Besitz von Helmut Baron von Finck (München). Rang zwei ging an Salve Del Rio (Michael Cadeddu) vor Devastar auf Rang drei. Der 24-jährige Siegreiter Martin Seidl (Landshut) machte Destino auf der Zielgeraden so richtig flott, nachdem der unterwegs mangels Tempo im Feld hinten zu sehen war. Am Ende hatte der Sieger eine halbe Länge Vorsprung. Championtrainer Markus Klug markierte damit gleichzeitig seinen zweiten Tagestreffer und resumierte: „Destino wird nun im Großen Preis von Baden oder/und im Preis von Europa antreten“.

Tolle Stimmung auf dem Grafenberg

19.200 Besucher, Sonne satt und ein Unterhaltungsprogramm, das sich sehen lassen konnte. Besser hätte der Renntag um den 160. Henkel-Preis der Diana auf dem Grafenberg nicht verlaufen können. Und wer beim Hutwettbewerb oder beim Wetten nicht erfolgreich war, für den gab es noch zahlreiche Mitmachaktivitäten und Gewinnspiele. Außerdem sorgte Live-Musik für eine entspannte und unterhaltsame Atmosphäre eines viel beachteten Sportnachmittag. Und auch Rennvereins-Vize Albrecht Woeste und sein Stall Grafenberg punkteten in der abschließenden Tagesprüfung mit Parlan. Der Siegtoto zahlte 19:10. Die nächste Galoppveranstaltung in Düsseldorf findet übrigens am Sonntag, den 19. August mit dem Sparkassen-Renntag statt.

Mit einem spannungsgeladenen Dreikampf läuteten die Zweijährigen im Pattex-Rennen (1500 Meter) den sehr gut besuchten Renntag ein. Der Sieg ging schließlich an den braunen Hengst Rip Van Lips unter Jockey Alexander Pietsch für den Kölner Trainer Andreas Suborics, der den stets attackierenden Lacento sicher mit einem Kopfvorteil in Schach hielt. Besitzer und Züchter Hans Dieter Lindemeyer (Stall Lintec)aus Leipzig hat mit Red Van Lips nicht nur einen echten Hingucker gezüchtet. Man sollte die Karriere des Rip van Winkle-Sohns weiter im Auge behalten. Siegtrainer Andreas Suborics: „Rip van Lips nutzte den Konditionsvorteil aus einem Schulungsstart in Paris. Er ist mein bester Zweijähriger im Stall; weiter könnte es für ihn im Badener Zukunftsrennen während der Großen Woche gehen“.

Nicht weniger aufregend gestaltete sich das Somat-Rennen über 2.100 Meter für den Derbyjahrgang. Nur einen Hals und einen kurzen Kopf trennten die ersten drei Pferde voneinander. Am Ende holte sich Favorit Ernesto für den Stall Reckendorf (Bremen) mit dem Holländer Adrie de Vries im Sattel die 3.500 Euro Siegprämie. Trainiert wird Ernesto vom amtierenden deutschen Championtrainer Markus Klug in Köln Rath-Heumar. Auf den Plätzen folgten Quintarelli und Lokalmatador Capone, die beiden noch dicht aufliefen. „Ein großer Steher, der immer weiter kämpft“, lobte Adrie de Vries Ernesto in höchsten Tönen, dessen nächster Start in einem Baden Badener Auktionsrennen geplant ist. Der zweite Sieg des Tages landete der als fliegender Holländer bekannte Spitzenjockey auf Come On Percy. Nach 1:31,49 durfte sich Besitzer und Trainer Philip Jonkhart aus den Niederlanden über diesen Treffer im Natur Box-Rennen auf der 1.500 Meter-Distanz freuen.

Immer wieder Adrie de Vries. Auf der vierjährigen braunen Stute Airfield Beauty gelang dem Niederländer nämlich Tagestreffer Nr. 3 im Pritt-Rennen über 2.400 Meter. In der Distanz spazierte die vierjährige Delegator-Tochter des Stalles MBA Racins für Trainer Christian Freiherr von der Recke (Weilerswist) unangefochten davon. Der Siegtoto zahlte 59:10.

Einen weiteren holländischen Sieg sicherte sich der vierjährige Schimmelwallach Anarchy aus dem Rennstall von Trainer Piet Geert van Kempen (Boxmeer) im mit 8.500 Euro dotierten Persil-Rennen über 1.600 Meter. Allerdings musste Siegjockey Martin Seidl einige Minuten um seinen Erfolg zittern, hatte doch der Besitzer des zweitplatzierten Pferdes Tjerk Protest gegen die Wertung eingelegt. Letztendlch beließ es die Rennleitung bei der durchgesagten Reihenfolge.

Ein Phänomen sahen die Zuschauer mit dem vierjährigen Wallach Los Campanos. Der gewann nämlich für Trainer Dr. Andreas Bolte (Lengerich) das sechste Rennen seiner Karriere, diesmal das zweithöchste Handicap des Tages über 1.700 Meter. Besitzer Helmut Schmidt durfte sich über 7.500 Euro Siegprämie freuen. Rene Piechulek saß im Sattel des vierjährigen Wallachs.

Und zum Abschluß der Veranstaltung durfte sich ebenfalls Rennvereins-Vize Albrecht Woeste und sein Stall Grafenberg über einen Erfolg von Parlan freuen. Waldemar Hickst trainiert den Lord of England-Sohn in Köln-Weidenpesch. Der Siegtoto für den Favoriten zahlte 19:10.

(05.08.2018)