Englischer „Sturm“ bläst zum Sieg

Stormy Antarctic mit Weltklassejockey Gerald Mossé zu stark für die deutschen Pferde

„God save the Queen“ ertönte aus der Trompete von Daniel Becker bei der Siegerehrung auf dem Grafenberger Geläuf. Zuvor hatte der Wallach Stormy Atlantic unter Weltklassejockey Gerald Mossé alles sicher im Griff. Die mit 55.000 Euro dotierte Frühjahrs-Meile über 1.600 Meter war jedoch spannender als erwartet. Denn die von Grafenberg-Trainer Sascha Smrczek aufgebotene Außenseiterin Madita machte dem englischen Favoriten das Leben so richtig schwer in der Zielgeraden. Am Ende war es nur ein Halsvorteil, der zugunsten des englischen Gastes nach 1: 34,68 Minuten entschied. Rang drei ging an Degas. Der Sieger Stormy Antarctic steht im Besitz des Hong Kong Chinesen P.K. Siu und wird von Ed Walker in Lambourn, England trainiert. Ein Schnäppchen war der Sieger nicht, er kostete einst bei Tattersalls umgerechnet 200.000 Euro.

Mit einem leichten Sieg im Eröffnungsrennen verabschiedete sich Stall Lucky Owners dreijährige Stute Amarena aus der Maidenklasse. Unter dem Franzosen Lukas Delozier distanzierte Klaus Hoffmanns Lord of England-Tochter (Trainer Henk Grewe, Köln) Sweet Gold sicher mit 1 ¾ Längen auf Rang zwei.

Ein kurzer Kopf entscheidet für Bergpfad

Ein packendes Finish erlebten die Besucher im folgenden Preis der Wettannahmen Kalkmann (Ausgleich III, 2.100m). Im letzten Galoppsprung sicherte sich Bergpfad für Trainer Marco Klein aus Mannheim unter Tomaso Scardino das Sieggeld gegen Arabian Dreamer (Marco Casamento), der mit einem kurzen Kopf das Nachsehen hatte. „Wir sind schon mit viel Mumm heute angereist. Umso schöner ist es, wenn es dann auch klappt“, so der Siegtrainer im Absattelring.

Am Tag seines Geburtstages gelang Dylan auf „seiner Lieblingsbahn“ ein eindrucksvoller 2 ¾ -Erfolg in einem Ausgleich IV über 2.100 Meter. Angela Riese trainiert den Toylsome-Sohn im rheinischen Bergheim, für den es bereits der zweite Erfolg auf dem Grafenberger Hippodrom war.

Ziemlich lautstark unterstützte Trainer Ronny Heimburger aus Karlsruhe seine siebenjährige Mississippi in einer Meilenprüfung, es half schließlich. Mit dem Brasilianer Carlos Henrique im Sattel war die Siebenjährige nicht zu beeindrucken. „Die Stute ist einfach super drauf, schon beim letzten Start hat sie ja schon recht sicher gewonnen“, so ihr Trainer freudestrahlend.

Der „reiche Dachdecker“ zum Sechsten

Genüsslich schaute sich der Neusser Trainer Axel Kleinkorres das Rennen (Ausgleich III, 1.600m) von Rich Roofer im Presseraum auf dem Bildschirm an. Der frisch verheiratete Maxim Pecheur im Sattel hatte letztendlich alles im Griff und ließ auf der Zielgeraden nichts anbrennen. Rich Roofer war am Ende schnellstes Pferd an der Außenseite gegen Mentalist und Anarchy. Es war bereits der sechste Karrieretreffer des Toylsome-Sohns. Jockey Eduardo Pedroza handelte sich auf Mentalist eine 27-tägige Sperre ein wegen zu häufigem Peitschengebrauch. Die Gerte ist insgesamt nur fünfmal erlaubt während eines Rennens.

Auf dem Weg zum neuen Champion-Jockey?

Seine Hochzeit scheint Maxim Pecheur (28) zu beflügeln. Aktuell rangiert der gebürtige Pforzheimer auf Rang 1 der deutschen Jockeystatistik. Und auch in Düsseldorf sammelte Pecheur Punkt um Punkt. Mit dem dreijährigen Sibelius, der als 15:10 Favorit gestartet war, gelang Maxim Pecheur ein taktischer Meisterritt und einen sehenswerten Erfolg. Jewel of the Sea hatte in der zweiten Dreijährigenprüfung des Tages das Nachsehen.

Stall Grafenbergs Parlan eine Klasse für sich

Leicht und locker mit 2 ¾ Längen holte sich Parlan für den Stall Grafenberg um Rennvereins-Vize Albrecht Woeste seinen 5. Karrieretreffer. Im Sattel saß der Italiener Marco Casamento. Der Henry Kalkmann-Preis war der zweite Tageshöhepunkt, mit 12.500 Euro dotiert und führte über 1.700 Meter.

Die Abschlußprüfung (ein Altersgewichtsrennen über 1.400 Meter) ging in die Schlenderhaner Trainingszentrale nach Bergheim. Mit Miro (Trainer Jean Pierre Carvalho / Jockey Filip Minarik), der schon geschlagen schien und noch einmal die zweite Luft bekam, kam eine 6,5:1 Chance noch sicher am Favoriten Arguin vorbei und verhinderte damit einen Heimsieg für die Grafenberger Trainingszentrale.

Düsseldorfs Galopper des Jahres: Wonnemond

Bereits zum dritten Mal wurde der 6-jährige Wallach Wonnemond aus dem Grafenberger Quartier von Trainer Sascha Smrczek zu Düsseldorfs Galopper des Jahres gewählt. Die Ehrung von Besitzer Klaus Wilhelm nebst Gattin (Frohnbach) fand auf dem Geläuf nach dem Hauptrennen statt. Am Samstag gelang Smrczek mit Front Page (Besitzer Danny Rosport, Lebach) übrigens der siebte Jahrestreffer und gleichzeitig der sechste Frankreich-Sieg. Die nächste Galoppveranstaltung auf dem Grafenberg findet am Samstag, den 27. April mit dem Henkel-Stutenpreis statt.

(14.04.2019)