Durance siegt mit Turbo im 30. BMW Preis

Diesmal kein englischer Sieg am Grafenberg

Eine Überraschung erlebten die 10.000 Besucher im mit 25.000 Euro dotierten 30. BMW Preis über 2.100 Meter am Samstag auf der Galopprennbahn Grafenberg. Nicht die englische Favoritin Vivid Diamond (5.) siegte in der Listenprüfung, sondern Gestüt Ebbeslohs Durance (Trainer Peter Schiergen, Köln) unter Meisterjockey Andrasch Starke. Und das bei Kaiserwetter und einer bemerkenswerten Zuschauerkulisse, die endlich mal wieder einen deutschen Sieg bejubeln durfte. Dabei konnte man die ersten drei Pferdeladies mit einem Handtuch zu decken, so knapp war die Entscheidung. Auf Rang zwei und drei landeten die Schlenderhanerin Mythica vor der großartig endenden Diamanta. Mythica verlor lediglich mit einem kurzen Kopf, einen Kopf dahinter bewies Diamanta, dass sie dank ihres Speeds auch eine prominente Rolle zu spielen vermochte. Gut möglich, dass man die platzierten Pferde am 4. August im Deutschen Stutenderby an selber Stätte wieder sieht. Die Siegerin jedenfalls besitzt noch keine Startberechtigung, sie müsste nachgenannt werden.

Begonnen hatte die bestens besuchte Veranstaltung ebenfalls mit einer Überraschung. Der Wallach Power Jack von Red/Gold Racing machte seinem Namen alle Ehre und bescherte dem brandheißen Favoriten Baron Mayson (Trainer Peter Schiergen, Köln) eine nicht erwartete Niederlage. Siegjockey Carlos Henrique fand viel mehr „Power“ bei seinem Pferd und überlief den am stärksten am Toto berücksichtigten Baron Mayson noch locker. Trainer Bohumil NNedorostek aus Hannover-Langenhagen freute es sichtlich.

Das Amateurrennen, der Preis der BMW Händlergemeinschaft Düsseldorf, sah einen Münchener Erfolg für Trainer Michael Figge. Hier ließ Dakarus Fritz unter Claudia Fleißner die Konkurrenz wie Statisten aussehen. Weit zurück verteidigte Aratika vor Baker Street und Stanley Dan das zweite Geld. Notiz am Rande: Trainer Michael Figge durfte sich gleichzeitig auch als Besitzer des Königstiger-Sohns freuen.

Doppelerfolg für Trainer Miltcho Mintchev und Litex Commerce

Erst verwandelte Jockey Filip Minarik nach einem Glanzritt auf Bristano die höher eingeschätzten Sommelier und vor allen Dingen den noch für das Derby gehandelte Nirvana Dschingis im zweiten Dreijährigen-Rennen des Tages. Dann kam Stallgefährte Enissey in der Distanz des Preises der BMW Niederlassung Düsseldorf noch einmal wieder. Maxim Pecheur beorderte den Wallach nach außen, wo dieser noch einmal Flügel gegenüber Interception und New Abbey Angel bekam. Lokalmatador Pretty Pipa wurde Vierter. Für Trainer Miltcho Mintchev bedeutete dies einen Doppeltreffer der besonderen Art an diesem top besuchten Düsseldorfer Renntag.

Viel hätte übrigens nicht gefehlt zu einem weiteren Heimtreffer durch Stall Burg Nansteins vierjährigem Wallach Simsong (Trainer Sascha Smrczek). Doch am Ende ging der Sieg im BMW Timmermanns-Rennen in die Niederlande durch Dawn Calling. Der als „fliegende Holländer“ bekannte Jockey Adrie de Vries hatte in der Distanz wenig Mühe sein Formpferd mit aller Routine zum Sieg zu führen.

Einen Start-Ziel Erfolg zum Zungeschnalzen unmittelbar vor dem Hauptrennen des Tages sahen die Zuschauer auf den prall gefüllten Tribünen auch mit dem Treffer von Trainer Pavel Vovcenkos aus Bremen entsandtem Baryshinikov. Jaromir Safar entlockte dem Vierjährigen immer wieder neue Reserven.

Fortuna Olé – Erster Sieg von Picks Flight

Das war nichts für schwache Nerven. Vom letzten Platz kommend holte sich der heiße Favorit Picks Flight (16:10) im Rahmenprogramm seinen ersten Sieg für den neu gegründeten Stall Fortuna 95 um Axel Bellinghausen und Co.. Im Ziel war es zwar höllisch knapp, doch Jockey Encki Ganbat wußte genau, dass er gewonnen hatte. Trainer Sascha Smrczek war dann auch voll des Lobes für Picks Flight, dem die 500 Meter weitere Distanz im Vergleich zum letzten Start entgegen kam, es aber nach einem nötigen Spurwechsel noch mächtig spannend machte.

Stall Grafenberg in Siegerlaune

Über einen weiteren Heimsieg durfte sich auch Rennvereins-Vize Albrecht Woeste und sein Stall Grafenberg im besten Handicap des Tages freuen. Denn Aru gewann in den Düsseldorfer Traditionsfarben zum Toto von 30:10 bereits sein zweites Rennen vor großer Kulisse in der Heimat. Trainiert wird der Hengst allerdings 30 Kilometer rheinaufwärts in Köln Weidenpesch von Waldemar Hickst. Das tat dem Jubel des Düsseldorfer Ehrenbürgers allerdings keinen Abbruch.

Die nächste Galoppveranstaltung in Düsseldorf findet übrigens am Sonntag, 21. Juli statt. Im Mittelpunkt steht dann die mit 70.000 Euro dotierte RaceBets Meilen Trophy, Gruppe II.

(15.06.2019)