Immer wieder Wonnemond

Düsseldorfs Stargalopper hat am Sonntag auch die Henkel Europa-Meile gewonnen

Im zweiten Grupperennen der Düsseldorfer Turfsaison, der Henkel-Europa-Meile (Gruppe III, 55.000 Euro, 1.600 Meter) triumphierte mit dem fünfjährigen Wallach Wonnemond einmal mehr Düsseldorfs bestes Galopprennpferd aus dem Grafenberg-Quartier von Trainer Sascha Smrczek. Unter dem mongolischen Jockey Bayarsaikhan Ganbat gewann Wonnemond sein neuntes Rennen und erhöhte damit sein Karrierepreisgeld auf 490.600 Euro. Und in Düsseldorf bleibt der Areion-Sohn weiter ungeschlagen in den Gruppe-Rennen. Eine Dreiviertellänge zurück endete der Außenseiter Degas (Gestüt Röttgen, Jockey Adrie de Vries) vor Fulminato unter Jockey Alexander Pietsch. Mit seinem gewaltigen Endspeed überrollte Wonnemond als 21:10 Favorit den Röttgener Degas wie im Vorjahr in der Frühlingsmeile. Besitzer Klaus Wilhelm aus Bruchmühlbach durfte sich erneut über 32.000 Euro Preisgeld freuen. Der Wallach kostete als Jährling auf der Iffezheimer Auktion vor vier Jahren nur 9.000 Euro. Siegtrainer Sascha Smrczek: „ Wonnemond startet demnächst in der Badener Meile, Ende September soll er seinen Titel in der Türkei verteidigen.“ Dort gewann der Wallach 2017 die renommierte TopkapyiTrophy.

Malakeh bringt sich ins Gespräch

Die Wempe 98. German 1000 Guineas am 27. Mai auf dem Grafenberg haben eine neue Favoritin. Stall Darius Racings dreijährige Topstute Malekeh hat als 119:10 Außenseiterin für den Kölner Trainer Henk Grewe am Sonntag den mit 25.000 Euro dotierten Henkel-Stutenpreis über 1.600 Meter gewonnen. Mit Jockey Marc Lerner im Sattel setzte sich die drei Jahre alte Stute nach Zielfoto mit einem kurzen Kopf gegen Go Rose (Bauyrzhan Murzabayev) nach einem dramatischen Finish durch. Die 39:10 Favoritin Queens Harbour (Eduardo Pedroza) kam nur auf Rang drei. Siegjockey Marc Lerner hatte einen perfekten Rennverlauf. Trainer Henk Grewe: „Wir gehen jetzt mit Malakeh direkt in die klassischen 1000 Guineas. Besser konnte es für uns nicht laufen“.

Sieg für den Präsidenten

Mit einem Paukenschlag begann der Renntag auf dem Grafenberg. Der 117:10 Außenseiter Glad Rock unter seinem Schweizer Jockey Miguel Lopez überraschte gleich beim ersten Lebensstart mit einem beherzten Ritt aus dem Vordertreffen für das Gestüt Auenquelle (Rödinghausen) und Mitbesitzer Peter Michael Endres. Der Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennverein zeigte sich dann auch voll des Lobes. „Gut möglich, dass wir nun in Baden-Baden antreten werden. Der Hengst besitzt allerdings keine Nennungen für bessere Rennen“. Siegtrainer Jens Hirschberger weilte übrigens nicht auf dem Grafenberg, sondern begleitete seinen Starter Wild Chief im Prix Ganay, Gr.1 in Paris. Auf den Plätzen folgte der als 19:10 Favorit angetretene Wesenberg (Eduardo Pedroza) vor Moment for Life (Andreas Helfenbein).

7.850 Besucher genossen bei bestem Rennwetter eine unterhaltsame Veranstaltung mit zahlreichen Höhepunkten und spannungsgeladenen Endkämpfen. Bei den Stuten des Derbyjahrgangs sollte man sich Stall Ullmanns Well Timed im Blick auf den Henkel-Preis der Diana am 5. August in Düsseldorf vormerken. Es machte schon mächtig Eindruck wie der amtierende deutsche Co-Champion Filip Minarik mit der Holy Roman Emperor-Tochter in der Distanz zur Stelle war. Lange sah es nach einem Sieg von Gestüt Auenquelles Viva Gloria (Miguel Lopez) aus. Doch hatte die Siegerin die größeren Reserven im Tank und gewann recht locker mit einer halben Länge Vorsprung. Platz drei ging schließlich an die Fährhoferin Conscious (Adrie de Vries), die ebenfalls zu gefallen wußte. Siegtrainer Jean Pierre Carvalho zu den weiteren Plänen mit Well Timed: „Sie wird nun im Berlin- Hoppegartener Diana-Trial als nächstes starten. Ihr Laufen heute macht schließlich Appetit auf mehr“, meinte der in Bergheim vor den Toren Kölns ansässige Trainer.

Weltmeisterschafts-Lauf der Amateurreiter geht nach Italien

Für den 19-jährigen Studenten Alberto Berton aus Treviso wurde der Fegentri-Lauf zur Weltmeisterschaft der Amateurreiter zu einem besonderen Siegerlebnis. Auf dem sechsjährigen Wallach Weltwunder (Trainer Lucien van der Meulen, Boxmeer) zeigte der Italiener einen perfekt eingeteilten Ritt klar vor Mitfavorit Banzai (Milan Kovacs, Ungarn) und Tinkers Lane (Gonzalo Pineda Carmena, Spanien). Für den Sieger gab es übrigens Pflegeprodukte aus dem Hause des Sponsors als besondere Ehrenpreise. Siegreiter Alberto Berton übernahm mit dem Sieg von Weltwunder gleichzeitig auch die Führung in der Weltmeisterschaft der Amateurreiter punktgleich mit dem Spanier Gonzalo Carmena. Seinen zweiten Tagestreffer gelang dem holländischen Besitzertrainer Lucien van der Meulen übrigens mit dem siebenjährigen Fuchswallach Emirati Spirit mit der Auszubildenden Maike Riehl im Sattel im Perwoll-Rennen über 1400 Meter.

Zweikampf des Nachmittags

Ein weiteres packendes Finish erlebten die 7.850 Besucher in der vierten Tagesprüfung, der Wettchance des Tages über 1.700 Meter. Martin Seidl auf Abu Shaakir (Trainerin Katja Gernreich, Neuss) und sein bereits 10-jähriger Widersacher Silencio (Andreas Helfenbein) lieferten sich ein packendes Duell bis zum Zielpfosten, das Erstgenannter zum Toto von 75:10 mit einem Kopf für sich entschied. Real Promise und die Holländerin Perfect Görl vervollständigten die Viererwette, die beachtliche 22.224 :10 zahlte.

Im Syoss-Rennen (1700 Meter, 6.500 Euro) gab es für den vierjährigen Fuchswallach Auenwolf von Besitzer Walter Kohler (21:10) kein Verlieren. Unter dem Italiener Michael Cadeddu war der Lord of England-Sohn für den Lengericher Trainer Dr. Andreas Bolte völlig überlegen. Der Holländer Naqdy schnappte sich im Finale noch Rang zwei vor Power of Paradise (Martin Seidl).

Abschießend sicherte sich Dr. Andreas Bolte aus dem tecklenburgischen Lengerich den zweiten Tagestreffer mit dem vierjährigen Kallisto-Sohn Dialekt unter Rene Piechulek (Bergheim). Stallgefährte Modigliano hatte für Rang zwei ebenso wenig Probleme vor Pippa Power (Michael Cadeddu).

„Es war ein Klasse-Renntag, leider hatten wir die eine oder andere Konkurrenzveranstaltung in Düsseldorf“, aber ansonsten können wir sehr zufrieden sein“, resümierte Geschäftsführer Günter Gudert. Die nächste Galoppveranstaltung findet am Sonntag, den 19. Mai mit dem traditionsreichen BMW-Renntag statt. Beginn ist dann bereits um 11 Uhr.

(29.04.2018)