Die dreijährige Stute Skrei gewinnt vor 14.200 Besuchern den 32. Großen Sparkassenpreis

Die 89:10 Außenseiterin Skrei aus dem Rennstall des Mülheimer Trainers William Mongil hat am Sonntag vor 14.200 Besuchern den mit 35.000 Euro dotierten 32. Großen Sparkassenpreis auf der Galopprennbahn Grafenberg gewonnen. Mit dem französischen Jockey Marc Robert Lerner im Sattel setzte sich die dreijährige Stute in dem über 1400 Meter führenden Listenrennen sicher mit 1 ½ Längen gegen Gülden Görl (Alexander Pietsch) und der Mitfavoritin Scapina (B. Maurzabayev) durch. Besitzer Matthias Seeber (Sottrum) erhält für den ersten Karrieretreffer von Skrei 17.500 Euro Siegprämie. Für William Mongil, dem ehemaligen Aga Kahn-Stalljockey war es der 101. Erfolg als Berufstrainer. „Die Stute mag eigentlich elastischen Boden, aber das Tempo war unterwegs nicht all zu schnell und der Jockey konnte sich das Rennen von der Spitze aus bestens einteilen“, resümierte ein überglücklicher Siegtrainer.

Eingeläutet wurde der sonnenüberflutete Renntag mit dem Erfolg von Moonlight Man unter dem holländischen Spitzenjockey Adrie de Vries im Kapitalmarkt-Rennen über 1.600 Meter. Mit allem Vertrauen ritt de Vries den zweijährigen Reliable Man-Sohn, der im Besitz der Familie Moser aus Iffezheim steht, und schaute sich unterwegs das Feld von hinten an. Am Übergang schaltete Moonlight Man schließlich in einen höheren Gang und gewann in überlegener Manier. Siegtrainer Markus Klug meinte anschließend: „Das hohe Tempo kam uns sicherlich entgegen. Der Hengst verfügt über einiges Talent und soll nun im Düsseldorfer Juniorenpreis antreten“.

Smrczek-Heimsieg durch Baccara Rose - 42 Mitbesitzer feiern bei der Siegerehrung

Mit einer dreifachen Laola begrüßten die 42 angereisten Mitglieder der Galoppgemeinschaft Bad Harzburg ihre Siegerin Baccara Rose. Die dreijährige Stute, im Training bei Grafenberg-Trainer Sascha Smrczek, hatte soeben unter Nico Polli im Sattel einen atemberaubenden Speedwirbel entfacht. Es war der erste Heimsieg nach 27 Rennen des Düsseldorfer Trainer auf der Heimatbahn. „Endlich ist der Knoten geplatzt“. Und das unter dem Jubel ihrer angereisten Besitzer auf der bestens gefüllten Tribüne. Die hatten sich um 7.00 Uhr morgens aus dem Harz in die Landeshauptstadt aufgemacht. Unter ihnen auch der 89-jährige Harry Busch mit seiner Frau Anne-Marie aus Goslar. 68 Jahre sind die beiden Vollblutliebhaber miteinander verheiratet. Es sind genau diese Geschichten, die den Galopprennsport so besonders machen.

28.572:10 in der Viererwette

Glückspilze, die in der vierten Tagesprüfung den Einlauf Sura, Dakota Sun, Smentana und Arabian Dreamer in der richtigen Reihenfolge getroffen hatten, durften sich über respektable 28752 : 10 freuen. Marc Robert Lerner saß im Sattel der Siegerin Sura für Darius Racing als Besitzer, von der man noch einiges hören dürfte. Andreas Wöhler zeigt sich als Trainer verantwortlich in Spexard bei Gütersloh.

Tolles Finish von Breezy Bell

Nur eine halbe Stunde später legte der Franzose Marc Lerner mit Breezy Bell nach. Lange sah es nach einem Erfolg des 19:10 Favoriten Wellenreiter aus, doch in der Distanz der über 2.200 Meter führenden Dreijährigen-Prüfung, entschied schließlich eine Länge für die stark endende Breezy Bell. Trainiert wird die im Besitz von Dieter Meinke (Langenfeld) stehende Dunkelbraune vom Kölner Trainer Henk Grewe.

Und weil es so schön ist, legte Henk Grewe mit einem Doppelerfolg nach. Nicht der Favorit Agamemdon gewann den Ausgleich II über 2.200 Meter, sondern dessen Stallgefährte Shagan. Der fünfjährige Wallach, genannt „Fauli“ aus dem Stall Luisenhof, setzte sich recht locker unter dem Mongolen Bauyrzhan Murzabeyev gegen den am stärksten beachteten Agamemdon durch.

„Das Rennen war Ricardo auf den Leib geschnitten, und es gab schönes Tempo, das war wie für uns gemacht“, kommentierte der deutsche Co-Jockeychampion Alexander Pietsch den Rennausgang der 6. Tagesprüfung. Jedenfalls hatte der gebürtge Dresdner alle Mühe die Ehrenpreise für alle Beteiligten zu übernehmen. Damit bestätigte der 21:10 Favorit Ricardo die bemerkenswerte Stallform von Trainer Dr. Andreas Bolte (Lengerich), der in Hannover weilte und das dortige Auktions-Rennen mit Nica gewann.

154:10 Außenseiter El Torito düpiert die Konkurrenz; Dreierwette zahlt bemerkenswerte 66.467 Euro für 10.

Jockey Alexander Pietsch landete mit dem von Lebensgefährtin Caroline Fuchs vorbereiteten Wallach El Torito einen weiteren sehenswerten Außenseiter-Treffer im Privatkredit-Rennen (1700m), der gleichzeitig den zweiten Tagestreffer für ihn bedeutete. Am Führring präsentierte sich Tagula-Sohn als absoluter Hingucker und wurde trotzdem sträflich unterschätzt. Für den Einlauf El Torito-Antares-Real Promise zahlte der Toto bemerkenswerte 66.467 für 10.

Und den Abschluß eines stimmungsvollen Renntages bildete der Sieg von Dictator unter dem Italiener Michael Cadeddu. Der Tertullian-Sohn hatte die besseren Reserven, um die Konkurrenz in Gestalt der lange führenden Walatah zu bezwingen.

Volle Tribünen und tolle Stimmung, Dreifachserie von Jockey Marc Lerner

Kaiserwetter herrschte im übrigen am Sonntag beim 32. Sparkassenrenntag auf der Galopprennbahn Grafenberg, bei dem dem französischen Jockey Marc Lerner eine Dreifachserie gelang. Und das kam natürlich auch der Stimmung zugute. Groß und Klein erfreuten sich nicht nur an den neun Galopprennen. Man flanierte, genoß die sommerlichen Temperaturen, ob im frei zugänglichen Teehaus, im Biergarten oder das kulinarische Angebot an den verschiedensten Ständen. Auch Dr. Michael Meyer, Sparkassen-Vorstand gefiel das Ambiente: „Sparkassen-Renntag ist Familien-Renntag, und dies seit 32 Jahren. Es macht allen eine große Freude, wie Sie sehen“.

So durften sich die Pferdefreunde bereits vor dem ersten Rennen über die Pferdegala von „Friesenpapst“ Günther Fröhlich freuen. Dressur und barocke Reiterei standen hier im Mittelpunkt. Ansonsten konnten nicht nur Profis Geldpreise in den Pferderennen gewinnen. Auch die Besucher durften in attraktiven Gewinnspielen auf wertvolle Preise hoffen. Für die musikalische Unterhaltung sorgten Peter Weisheit und seine Dixie Trumps. Der nächste Galopprenntag auf dem Grafenberg findet übrigens am Sonntag , den 9. September statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht dann das mit 52.000 Euro dotierte BBAG-Auktionsrennen sowie der Düsseldorfer Fliegerpreis.

(19.08.2018)