Emerita mit Andrasch Starke ganz stark

Gröschel-Stute gewinnt mit dem Champion im Sattel den 33. Grossen Sparkassenpreis

Mit steter Regelmäßigkeit gewannen Pferde aus dem Ausland die Düsseldorfer Top-Rennen in der Vergangenheit. Dieses Mal erklang die deutsche Nationalhymne nach dem Sieg der vierjährigen Stute Emerita im mit 35.000 Euro dotierten 33. Großen Sparkassenpreises, dem Tageshöhepunkt auf der Galopprennbahn Grafenberg. Es war auch ein Verdienst des neunfachen deutschen Championjockeys Andrasch Starke, der Emerita ein Traumrennen servierte und die Gegenwehr der Engländerin Gypsy Spirit in der Distanz ins Leere laufen ließ. Am Ende waren es sichere 1 ¼ Längen vor der Stute von der Insel. Und auch auf Rang drei lief mit K Club ein deutsches Pferd nach 1.400 Metern ins Ziel. Die Favoritin Magic Image aus Frankreich kam mit dem aufgewühlten Düsseldorfer Geläuf so gar nicht zurecht und wurde nur Siebte. Siegtrainer Hans-Jürgen Gröschel (76) weilte live nicht vor Ort. Der Altmeister trainiert die Siegerin Emerita in Hannover-Langenhagen für das Gestüt Paschberg von Familie Kirstein (Brackel).

Es war der Tag der „Sumpfhühner“. So nennen Insider Pferde, die es lieben, auf weichem bis schwerem Geläuf, schnell zu laufen. Der Himmel über dem Grafenberg hatte seine Schleusen am Sonntagmittag geöffnet, so dass das Element Wasser der bestimmende Faktor im Vorfeld des 33. Sparkassen-Renntages war. Auch wenn es pünktlich ab dem ersten Rennen trocken blieb. Und trotzdem kamen 4.780 Besucher und genossen die tolle Stimmung dieses Traditionstermins. Karin Brigitte Goebel, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Düsseldorf: „Es ist unser alljährliches Highlight hier in Düsseldorf. Und wir freuen uns, dass die Bürger dieser Stadt trotz des widrigen Wetters im Vorfeld so zahlreich erschienen sind“.

Jockey Alexander Pietsch gelingen vier Tageserfolge

Einen sehenswerten Auftaktsieg erlebten die Besucher im Zweijährigen-Rennen des Tages. South Africa (Trainer Waldemar Hickst, Köln) unter Alexander Pietsch hatte als Maxios-Sohn sichtlich Freude am Galoppieren auf dem aufgeweichten Geläuf und stiefelte zu einem leichten 2 ¼ Längen-Erfolg vor dem Auenqueller Oriental Dream. Auch der noch grün laufende Favorit Praetorius wusste auf Rang drei zu gefallen. Siegjockey Alexander Pietsch: „South Africa hat bereits in der Arbeit gezeigt, dass er über Talent verfügt. Das hat der Hengst heute sehr gut umgesetzt. Mitbesitzer Guido Schmitt: „Der nächste Start von South Africa soll zu 90 Prozent im Düsseldorfer Juniorenpreis am 8. September erfolgen“.

Zweiter Start, zweiter Sieg. Und noch einmal Alexander Pietsch. In der zweiten Tagesprüfung gelang dem gebürtigen Dresdener gleich noch ein Siegritt mit dem Favoriten Zeo im DekaBank – Strukturiert anlegen mit Deka Investments - Rennen. Der vierjährige Dabirsim-Sohn gewann mit aller Delikatesse ein 2.200 Meter-Rennen im Handicap vor Lokalmatador Elsies Kap. Helga Dewald trainiert Stall Nuris Sieger auf Schloß Arff bei Dormagen.

Im Dreijährigen-Rennen für die Stuten gab es ein packendes Duell bis zur Linie zwischen der Favoritin Ghislaine und Eyes on fire für das Neusser Quartier von Axel Kleinkorres. Am Ende entschied ein kurzer Kopf zugunsten der von Andreas Wöhler trainierten Soldier Hollow-Tochter aus dem Besitz und der Zucht von Dr. Christoph Berglar (Köln), die damit ihren zweiten Karrieretreffer landete. Siegtrainer Andreas Wöhler (Gütersloh): „Ghislaine hat es noch einmal unnötig spannend gemacht. Am Boden hat dies heute nicht gelegen. Ich glaube, dass wir in der Distanz noch weiter mit ihr zurück gehen müssen“.

Edelstein brilliert

„Edelstein liebt einfach diese Bodenverhältnisse“, so Besitzertrainerin Olga Laznovska, die sich sehr über den Kampferfolg ihres Schützlings mit einem Kopfvorteil gegen Best in Heaven freute. Tagestreffer Nr. 3 für Jockey Alexander Pietsch auf dem 7-jährigen Wallach und damit ein lupenreiner Hattrick im Rennsattel. Die Siegtrainerin bereitet ihre Pferde auf Schloß Arff bei Dormagen vor, die übrigens auch mit dem drittplatzierten Pass Mark in die Geldränge lief.

Dreifach-Sieger Djukon auf dem Weg ins St. Leger

Den zweiten Tageshöhepunkt, ein mit 12.500 Euro dotiertes Handicap der zweiten Kategorie über 2.400 Meter, gewann der dreijährige Hengst Djukon aus dem Kölner Quartier von Trainer Andreas Suborics. Championjockey Andrasch Starke verabschiedete sich in der Zielgeraden von seinen Gegner und gewann überlegen mit 6 Längen. Djukon hat noch eine Nennung für das klassische St. Leger-Rennen in Dortmund im Oktober. Es war der dritte Sieg beim vierten Start des talentierten Hengstes.

Glady Mary macht den Präsidenten glücklich

„Sie haben es aber spannend gemacht“, kommentierte Peter Michael Endres, Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins und gleichzeitig Mitbesitzer der vierjährigen Stute Glady Mary zu Siegjockey Micheal Cadeddu im Absattelring. „Ich hatte alles unter Kontrolle“, so der Italiener. Zuvor hatte Glady Mary in den Farben des Gestüt Auenquelle mit ihrer Endgeschwindigkeit an der Außenseite die Gegner „eingesammelt“ und doch noch den Provinzial Rheinland Cup über 1.600 Meter sehr zur Freude des Präsidenten gewonnen.

All for Rome für das Gestüt Höny-Hof

Weiter gesteigert präsentierte Trainer Jean Pierre Carvalho aus Bergheim die dreijährige Stute All for Rome. Unter dem Italiener Michael Cadeddu, der damit seinen 2. Tageserfolg feierte, kam die Höny-Hoferin noch sicher an der lange führenden Elle Maxima vorbei und verließ dabei die Sieglosenklasse. Die Dreijährigen-Prüfung führte über 2.200 Meter.

Und auch Besitzertrainerin Claudia Römer (Weilerswist) hatte allen Grund zur Freude. Ihr Tertullian-Sohn Barteaux wiederholte seinen Sieg vom 4. August und erwies sich dabei als Düsseldorf-Spezialist im finalen Rennen des Tages. Jockey Alexander Pietsch schaffte mit Barteaux gleichzeitig eine bemerkenswerte Serie an diesem Nachmittag, dem Dresdener gelangen nicht weniger als vier Siegritte.

Der nächste Galopprenntag auf dem Grafenberg findet am Sonntag, 8. September statt. Im Mittelpunkt stehen dann das BBAG-Auktionsrennen und der Juniorenpreis.

(18.08.2019)