Flamingo Girl fliegt zum Sieg

Die 2,9 : 1-Favoritin Flamingo Girl aus dem Champion-Rennstall von Trainer Henk Grewe aus Köln hat am Samstag den Henkel-Stutenpreis in Düsseldorf gewonnen. Mit Jockey Andrasch Starke setzte sich die drei Jahre alte Stute in dem mit 12.500 Euro dotierten Listenrennen über 1.600 Meter gegen Paloma Ohe (Bauryzhan Murzabeyev) und La la Land (Clement Lecoeuvre) in beeindruckender Manier durch. Mitfavoritin Sidona aus dem Stall Grafenberg endete nicht weit geschlagen auf Rang fünf. Die eindrucksvolle Siegerin segelte an der Außenseite mit unwiderstehlichem Speed an ihren Gegnerinnen vorbei. Wir haben da wohl ein Juwel im Stall. Das freut mich sehr für ihren engagierten Besitzer Stefan Hahne. Die Stute braucht in jedem Fall noch weitere Wege, verfügt über jede Menge Charakter und Substanz. Über das Diana-Trial in Hoppegarten heißt das Hauptziel Henkel Preis der Diana, kommentierte Siegtrainer Henk Grewe. Besser hätten die Bedingungen auf dem Grafenberg an diesem Samstagnachmittag nicht sein können. Bestes Rennbahnwetter und ein Top-Geläuf waren die ideale Grundlage für spannende Wettkämpfe.

Trainer Markus Klug gewinnt Eröffnungs-Prüfung mit Sister Lulu

Sister Lulu unter Jockey Martin Seidl heißt die erste Siegerin der Düsseldorfer Galoppsaison 2020. In einer spannenden Entscheidung gewann die auch noch für die 162. Henkel-Preis der Diana eingeschriebene Dreijährige mit knappen Vorteil das einleitende Hein Bollow-Memorial-Rennen vor der Wittekindshoferin Elle Memory, die ein bärenstarkes Debüt gab und vorzumerken bleibt. Siegtrainer Markus Klug: Sister Lulu haben wir heute mit sehr viel Mumm gesattelt. Ihre Arbeitsleistungen waren top. Aber auch Airforce One als Drittplatzierte hat einen guten Eindruck hinterlassen. Bewegend auch die Worte von Jockey Filip Minarik im Anschluß an das Hein-Bollow-Erinnerungs-Rennen zu seinem Freund, Mentor und Trauzeuge Hein Bollow im Absattelring.

Flight to Hongkong pünktlich zum Erfolg - Ehrenrang für Grafenberg-Galopper Max‘s Spirit

Im ersten Handicap des Tages überraschte der 21,6 : 1- Außenseiter Flight to Hongkong auf der ganzen Linie. Siegjockey Tomaso Scardino resümierte: Das ist ein richtig gutes Pferd, von dem wir längst noch nicht alles gesehen haben. Unterwegs ein wenig schläfrig, aber wenn Du ihn wach machst, gibt er alles. Ich denke, dass er auch im Ausgleich II zurecht kommen sollte. Marco Klein trainiert den Kampfsieger in Mannheim-Seckenheim. Fast hätte es zum Sieg gereicht für den ersten Grafenberg-Galopper der Saison Max‘s Spirit. Ein Hals fehlte zum Glück. Doch konnte Trainer Sascha Smrczek mit dem Laufen sehr zufrieden sein: Wir werden demnächst mit ihm wieder nach Italien reisen, wo Max‘s Spirit ein höher dotiertes Hindernisrennen bestreiten soll. Beachtenswert auch die Dreierwette, die für den Einlauf Flight to Hongkong, Max’s Spirit und Ajmany bemerkenswerte 1591,7:1 zahlte.

Grafenberg-Trainerin Anja Kleffmann – Überraschung mit Parmenter knapp verfehlt

59,4 : 1 hätte der Siegtoto im Erfolgsfall für den Düsseldorfer Riesenaußenseiter Parmenter in der dritten Tagesprüfung gezahlt. Am Ende fehlte nur eine halbe Länge zum Sieger Capitan im Nature Box-Rennen über 2.200 Meter. Von Enttäuschung allerdings bei Grafenberg-Trainerin Anja Kleffmann keine Spur. Das war ein tolles Jahresdebüt der Stute, kommentierte auch Parmenters Reiter Filip Minarik. Der Sieger Capitan hatte mit Andrasch Starke einen Reiter im Sattel, der immer wußte, was er in der Hand hatte. Sieg-Trainer Christian von der Recke: Vom Aussehen her kann Capitan mehr, trotzdem hat ja lange für den ersten Treffer gebraucht.

Lancade macht Lust auf mehr

Raffelberg-Trainerin Yasmin Almenräders hatte ein hochrotes Gesicht. Ihre Anfeuerungsrufe halfen. Der Sieg der von ihr in Mülheim an der Ruhr trainierten Lancade war jedenfalls sehenswert. Die verheißungsvoll gezogene Areion-Tochter steht im Besitz einer vielköpfigen Besitzergemeinschaft rund um den Vorstand des Rennclubs Mülheim. Lancades niederländischer Siegjockey Adrie de Vries nahm sie vom Start weg etwas zurück. Unterwegs hat sie sich toll beruhigt, ich hatte schließlich auf der Zielgeraden noch ein, zwei Gänge in der Hand. Was für eine tolle Stute, man brauchte nur auf den Knopf zu drücken, resümierte de Vries mit seinem typischen Siegerlächeln. Nächste Ziele von Lancade sind diverse Auktionsrennen bis zur Meile.

Tiramisus süßer Sieg

Einen feinen Erfolg sahen auch die Neusser Besitzer des Stalles Ritterbusch via Internet. Ihre dreijährige Stute Tiramisu kam beim vierten Start zum ersten Lebenserfolg im Pattex-Rennen über 1.500 Meter. Siegtrainer Andreas Suborics: Ihr Antritt war sehenswert. Das sah fast schon leicht aus, wie Filip Minarik an der Außenseite die Stute schnell gemacht hat, eine Bereicherung für unsere Stallgemeinschaft, diese Tiramisu. Den weiteren Weg der Stute sollte man weiter im Blick behalten. Lange sah es übrigens nach einem Erfolg des Grafenberger Zucesso aus. Niazi Ismail suchte mit dem Sascha Smrczek-Galopper von der Spitze aus sein Glück. Am Ende sprang Rang drei heraus.

Familientreffer in neuen Farben

Große Freude auch bei Trainer Albert Kästner aus Warendorf. In einem weiteren mittleren Handicap kam Reiterin Lilli Engels in neuen Farben zum Sieg mit Familienpferd Macan. Sohn Sebastian Kästner führte den Sieger zurück zum Absattelring. Immer wenn ich neue Rennfarben anhabe punkte ich auch, so die junge Reiterin. Genau am Zielpfosten nickte der Tertullian-Sohn mit einem kurzen Kopf-Vorteil ein. Der bereits deutlich in Führung gelegene Showdance Kid unter Andrasch Starke hatte das Nachsehen. Ebenfalls die zehn Teilhaber des Stalles Kampftrinker, die ihrem Wallach Dolokhov die Daumen drückten. Der Favorit aus dem Grafenberg-Stall von Sascha Smrczek musste sich schließlich mit Rang fünf begnügen.

Star Gypsy von vorne im Sprint

Seinen 3. Sieg beim 31. Start feierte der Mülheimer Wallach Star Gypsy für Trainer Jean-Pierre Carvalho im 1.400 Meter-Sprint. Maike Riehl nahm nach dem Start resolut die Spitze mit dem Sechsjährigen des Galoppclub Wambel und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Ein lockere Angelegenheit mit einem ungefährdeten 3 ¼ Längen-Vorteil. Monte Cinq unter Lilli Engels machte in der Zielgeraden einen Nicker und warf seine Reiterin ab. Das Pferd blieb unversehrt, Lilli Engels musste aufgrund einer Ellenbogenfraktur ihre weiteren Ritte absagen, sechs Wochen Pause inklusive. Wir wünschen gute Besserung!

Rock me Crazy macht den Grafenberg verrückt

Champion-Jockey Bauryzhan Murzabayev brauchte bis zur 9. Tagesprüfung zum ersten Treffer. Dann rockte der Kasache mit Stall Unias Rock me Crazy das Loctite-Rennen auf der Meile. Lange bestimmte Best Spirit das Geschehen und hatte den Erfolg bereits vor Augen. Doch das bessere Ende hatten auf schnellem Geläuf schließlich die Speedpferde Rock me Crazy und No Waltz im Gefolge. Er ist immer noch ein großes Baby, unser Riesenschiff, so der Siegreiter im Absattelring.

Newton Lodge lässig mit Höchstgewicht

Wenn ein vierbeiniger Veteran mit 11 Jahren beim 96. Start seinen 11. Sieg landet, muss es ein besonderer Erfolg sein. Vera Henkenjohann aus Verl trainiert den Oldie seit nunmehr fünf Jahren. Die Belgierin Anna van den Trost hatte überhaupt keine Problem den Speed von Newton Lodge in einen Sieg umzumünzen. Und noch etwas Besonderes. Der Wallach trug mit 64,5 Kilos Höchstgewicht. Respekt.

Achter Sieg beim neunten Start – Parlan triumphiert nach einem Jahr Pause

Albrecht Woeste und sein Stall Grafenberg durften ebenfalls jubeln. Im finalen Rennen sorgte Parlan mit einem sehenswerten Schlußakkord gegen Moonlight Man für den erhofften Treffer des Vizepräsidenten des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins. Jockey Casamento ließ sich unterwegs vom Mitfavoriten Moonlight Man führen. In der Zielgeraden zeigt der Stall Grafenberg-Galopper schließlich das bessere Finish. Albrecht Woeste: Wir planen mit ihm nun ins Gruppe-Rennen nach Baden-Baden zu gehen. Ein toller, treuer Bursche. Acht Siege bei neun Lebensstarts sind die eindrucksvolle Bilanz des Lord of England-Sohnes.

(17.05.2020)